Water is a wet flame. Novalis by Nuno Faria for TheFindsPaper#1

#1
Two swans are wandering on the mirroring water of the Alcazár Palace in Toledo. It’s quite simple, but their majestic and solemn movement drawing lines on the liquid surface reflects the history of the place and by extrapolation, the condition of love and the world’s narrative. Two swans side by side on a mirror of water are like infinity, they are forever. Our ancestors knew better: there is no randomness, there is only intention and extension, interior in exterior, a heritage of humanity (in these times of indigence, what more do we have left?). I always thought of these two swans, which I saw on a cold and grey February morning overdosed on art after a visit to the Arco Art Fair, as the perfect image of happiness, harmony and solitude. I always thought of them as a drawing belonging to a timeless time; figures of eternity and infinity, like a legacy: proof that love is forever. That’s our ancestors’ message.

#2
Solitude is the essential condition of artistic practice, but we do not create on our own. We carry things: objects, ideas from one place to another, from one time to another, from hand to hand. That’s the story within the story: a cluster of imperceptible, indiscernible lines, that go through us, coming from a time that is not physically ours. We’re witnesses of our time, thus it’s our inherited responsibility to pass on the physics of our gestures.

#3
The project lonelyfingers is a crystalline paradox, a mirror of water. It has utopia’s strength and innocence. It’s a project of love, that weaves relations in time and space and which carries forward an objective and important question to the present: what’s the use of an object in times of indigence?* Yes, what’s the use of a material trace? Of ruins? The ruins of Ancient Greece, the great Greece? Hand in hand, neck on neck. Two human beings, two swans. Two perfect lines, the perfect number.

 

German version

„Wasser ist eine Nasse Flamme”. Novalis

#1
Zwei Schwäne wandeln auf dem Wasserspiegel im Palast von Alcazár in Toledo. Es sieht sehr einfach aus, aber in der majestätischen feierlichen Bewegung, die ihre Linien auf der Wasseroberfläche zeichnet, verbildlicht sich die Geschichte dieses Orts und – aber das ist nur eine Vermutung – der Zustand von Liebe und der Erzählung der Welt. Zwei Schwäne, Seite an Seite auf einem Spiegel aus Wasser sind wie die Unendlichkeit, sie sind ewig. Unsere Vorfahren wussten es besser, es gibt keine Willkür, nur Intention und Extension, das Innen und das Außen, das Erbe des Menschseins (in diesen Zeiten der Armut, was bleibt uns da noch anderes übrig?).
Die beiden Schwäne, die ich an einem kalten und grauen Februarmorgen sah, mit einer Überdosis von Kunst im Kopf nach dem Besuch der Messe Arco in Madrid, sind für mich seither ein perfektes Bild von Glückseligkeit, Harmonie, Einsamkeit. Ich sehe sie immer als eine Zeichnung, als Wesen aus einer zeitlosen Zeit, Figuren von Ewigkeit und Unendlichkeit, wie eine Legende: ein Beweis, dass Liebe ewig währt. Das ist die Botschaft unserer Vorfahren.

#2
Einsamkeit ist eine Grundbedingung für künstlerische Praxis, aber wir bringen nichts nur allein aus uns hervor. Wir nehmen Dinge, Objekte, Ideen auf und bringen sie von einem Ort zu einem anderen, von einer Zeit zu einer anderen. Von Hand zu Hand. Das ist die Geschichte hinter der Geschichte. Ein Muster von kaum wahrnehmbaren, unsichtbaren Linien, die durch uns durch fließen und aus einer Zeit kommen, die nicht die unsere ist. Wir sind Zeugen unserer Zeit und deshalb ist es unsere ererbte Verantwortung, die Bewegung unserer Gesten weiter zu reichen.

#3
Das Projekt lonelyfingers ist ein kristallklares Paradoxon, ein Spiegel aus Wasser. Es hat die Stärke und Unschuld einer Utopie. Es ist ein Projekt der Liebe, das Beziehungen in Zeit und Raum spinnt und eine objektiv wichtige Frage in die Gegenwart trägt: Was ist der Zweck eines Objekts in Zeiten der Armut?*
Ja, was ist der Zweck von materiellen Spuren? Von Ruinen? Den Ruinen des antiken Griechenland, des großen Griechenland? Hand in Hand, Kopf an Kopf. Zwei menschliche Wesen, zwei Schwäne. Zwei perfekte Linien, die perfekte Zahl.

 

Text published in TheFindsPaper No.1
Published by Museum Abteiberg in occasion of:
lonelyfingers. Konversationsstücke
Museum Abteiberg 17. March – 2. June 2013

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