• photo: Anne Pöhlmann

A seemingly banal thing by Patrizia Dander for TheFindsPaper#1

Have you ever found yourself in someone else’s apartment, looking at a shelf full of fascinatingly strange objects? Or else, wondered about a seemingly banal thing, which through the owner’s account of its provenance unfolded its attraction? It’s this kind of experience I thought of, when seeing the first lonelyfingers’ collection: a selection of things shared in public by a group of artists upon invitation by Anne Pöhlmann and Diango Hernández.

Are we thus looking at artworks? I don’t believe so, even though these objects might have stood at the beginning of a process that eventually led to one. I’d rather think of the items in other terms: as material carriers of memories. In my eyes what we have in front of us are thoughts and ideas attached to objects. In a delicate manner we are carried to the point before the representational ‘duty’ of an artwork, to the beginning of thinking, which is highly personal and idiosyncratic.

It’s the idea of generosity and exchange that lies at the heart of this project. The lonelyfingers collections offer Konversationsstücke: things (familiar or not) to be explored that allow reflection upon their status and the general role of objects in our culture. In this sense the selected items are conceptual and material at the same time. But how do we value a thought, how do we value a memory? It’s hardly possible and therefore consistent that all the items in this collection – or stories, as the initiators of the project call them – are treated in an identical manner.

Now, what do we do with all this? My advice: Just start to flip through the book and sure enough you will encounter things that capture your attention, make you wonder where they come from and for what reason they might have entered the collection. In other words, things that you would want to fill with your own imagination, as Fluxus artist Arthur Köpcke always asked of the viewer.

What’s the nice thing about lonelyfingers? It’ll continue to spark our curiosity with an ongoing series of collections. We’re looking at a story that has just started.

 

German version

Ein vermeintlich banales

Waren Sie je in einer fremden Wohnung und haben ein Regal voll seltsam faszinierender Objekte betrachtet? Oder sich über ein vermeintlich banales Ding gewundert, das erst durch die Schilderungen seines Besitzers seinen Reiz entfaltet? An Erfahrungen dieser Art musste ich denken, als ich zum ersten Mal die lonelyfingers Kollektion sah – Objekte, die eine Gruppe von Künstlern auf Einladung von Anne Pöhlmann und Diango Hernández ausgewählt haben und der Öffentlichkeit präsentieren. Haben wir es mit Kunstwerken zu tun? Ich glaube nicht, auch wenn die Objekte am Anfang eines Prozesses gestanden haben mögen, der letztendlich dazu führte. Ich würde diese Gegenstände anders begreifen – als materielle Träger von Erinnerungen. Was wir vor uns sehen, sind an Objekte gehaftete Ideen und Gedanken. Auf sensible Weise werden wir an den Punkt befördert, der vor der repräsentativen ‘Pflicht’ eines Kunstwerkes steht, nämlich zu den Anfängen des Denkens, das persönlich und spezifisch ist.

Eine Idee von Großzügigkeit und Austausch liegt diesem Projekt zugrunde. Die lonelyfingers Kollektionen präsentiert ‘Konversationsstücke’ – (vertraute und fremde) Dinge zum Entdecken, die zum Nachdenken über ihren Status und die generelle Rolle von Objekten in unserer Kultur anregen. In diesem Sinne sind die ausgewählten Objekte zugleich konzeptuell und materiell. Aber welchen Wert hat ein Gedanke, eine Erinnerung? Dies zu entscheiden ist beinahe unmöglich und daher erscheint es nur konsequent, dass alle Objekte der Kollektion – oder Geschichten, wie die Initiatoren dieses Projekts sie nennen – gleich behandelt werden.

Was nun machen mit alldem? Mein Rat: Fangen Sie einfach an dieses Buch durchzublättern und ganz bestimmt werden Sie Dinge entdecken, die Ihre Aufmerksamkeit fesseln, von denen Sie gerne wissen wollen, woher sie kommen und weshalb sie in die Sammlung gelangt sind. Mit anderen Worten: Dinge, die Sie mit Ihren eigenen Vorstellungen füllen wollen, so wie es der Fluxus-Künstler Arthur Köpcke immer vom Betrachter verlangte.

Das Schöne an lonelyfingers? Sie werden mit immer neuen Kollektionen weiterhin unsere Neugier wecken. Wir blicken auf eine Geschichte, die gerade erst begonnen hat.

Text published in TheFindsPaper No.1
Published by Museum Abteiberg in occasion of:
lonelyfingers. Konversationsstücke
Museum Abteiberg 17. March – 2. June 2013